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» Frauengeschichte Frauengeschichte ist
der Faden, der Frauen verbindet In der herkömmlichen Geschichtsschreibung und in allen abendländischen Gesellschaften (von "Kulturen" mag ich da nicht unbedingt sprechen) sind Frauen unsichtbar gemacht worden: die Namen und die Leistungen der Frauen (und oft auch die Frauen selbst!) wurde vergessen, ignoriert und ausgelöscht. Wir kennen zwar die Geschichte der Kaiser & Könige, Generäle & Diktatoren und die Jahreszahlen der Kriege, die sie geführt haben (Männer scheinen auf ihre zerstörerischen Fähigkeiten besonders stolz zu sein!); überall begegnen wir Männern in der Literatur, Kunst, Wirtschaft, Industrie, Religion, Wissenschaft und Politik. "Für nichts wird so viel Reklame gemacht wie für Männer. Unentwegt erinnern sie an sich selbst: auf Geldscheinen, Briefmarken, Gedenkmünzen, mit Bronzebüsten und Straßenschildern, in Lexika und Zitatensammlungen." (Luise F.Pusch) Doch wo sind wir Frauen? Hier vermisse ich die weibliche (und feministische) Dimension in der Geschichtschreibung... Als Geschichte und Kultur wurde und wird bis dato nur definiert, was männliche Gestaltung hervorgebracht hat. Frauen wurde und wird die Macht zur Gestaltung eigener Räume genommen, wenn nicht zumindest sehr schwer gemacht. Frauen werden nach wie vor daran gehindert, ihre Fähigkeiten anzuwenden und weiterzugeben. Bis heute kämpfen Frauen z.B. um den Zugang zu gut bezahlten Jobs und damit um den männerunabhängigen Zugang zu materiellen Ressourcen in Form von Geld. Die amerikanische Künstlerin Judy Chicago sagt folgendes über
"Frauen in der Kunst" - ihre Aussage gilt genauso für die
Thematik "Frauen in der Geschichte": Der Begriff "Feminismus" wurde bereits im Prozess gegen die Französin Olympes de Gouges (1793) gebraucht. Nach den gerichtlichen Gutachten waren es ihre feministischen Ideen & Schriften (siehe z.B. "Die Rechte der Frau"), die die Verbindung zwischen "Vernunft und Tollheit"anzeigten und Anlass waren, sie nicht nur für konterrevolutionär, sondern auch für verrückt zu erklären. 1794 wurde sie dafür hingerichtet. "Wir wollen lieber fliegen als
kriechen" Feminismus und Frauengeschichte hängen zusammen. Je mehr wir Frauen an Autonomie gewinnen und unser eigenes Leben bestimmen, desto not-wendiger wird eine Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Bedingungen unserer Existenz. Geschichte ist ein Prozess, eine Rekonstruktion der Vergangenheit
aus heutiger Sicht. Der feministische Blick ist dabei wesentlich. "Wir sind die Heldinnen unsrer
eigenen Geschichte" Frauen, die sich für ihre Geschichte interessieren, werden oft diffamiert. Wie Gerda Weiler so schön sagte:"Der weibliche Protest gegen männliche Definitionsmacht wird belächelt. Weibliche Forschungsansätze werden als ´unwissenschaftlich´ deklariert." Doch ohne eigene Geschichte sind wir auf die Definitionen von Männern angewiesen. Das gilt es zu ändern. Ein wichtiger Aspekt der feministischen Frauengeschichtsforschung ist es, den Lebensweg von Frauen aufzuzeigen, die von der herkömmlichen, patriarchalen Geschichtsschreibung ignoriert werden. Es soll eine Korrektur jenes Blickwinkel, jener Vorstellung geben, die uns Frauen vermittelt wurde und auch heute immer noch wird: Nämlich, dass es kaum bedeutende Frauen in der Geschichte gab, dass Frauen keine wesentlichen Beiträge zur Geschichte geleistet haben. Ich gebe hier einen kleinen Auszug aus meinen diesbezüglichen (außeruniversitären!) Forschungstätigkeiten der vergangenen Jahre. Auch die Forschungsarbeiten meiner kürzlich - und viel zu früh verstorbenen - Freundin & Matriarchatsforscherin » Irene Fleiss fließen hier ein. » Amazonen
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